CoCreative Workshop 2022

Neue Mobility im Portugiesenviertel 2023  – Virtuelle Parklets, echte Veränderungen!

Verkehrswende gemeinsam gestalten – das war das Ziel des Co-Creation Workshops „Parklets für das Portugiesenviertel“ im Dezember 2022.

Am Samstag, den 03.12.2022, haben Herr Bartz ausdem Quartiersmanagement Neustadt und Design-Consultant Daniel Jenett daher Anwohnende und Interessierte eingeladen, sich zum Thema Verkehrswende auszutauschen und Ideen für die Umnutzung von Parkplätzen, sogenannten Parklets, zu entwickeln. Ausgangspunkt für das Vorhaben ist ein Projekt von Herrn Jenett und Studierenden der Fachrichtung Stadtplanung der HafenCity Universität. Im Frühjahr 2022 beschäftigten sich die Studierenden und Herr Jenett intensiv mit dem öffentlichen Raum im Portugiesenviertel in der Neustadt und entwickelten kreative Ideen für die Gestaltung von Parklets.

Anschließend wurden die Arbeiten mittels Augmented Reality visualisiert und im Portugiesenviertel ausgestellt und präsentiert. Nach zahlreichen positiven Rückmeldungen seitens Interessierten und Anwohnenden ist der Wunsch gewachsen, das Projekt weiterzuverfolgen und gemeinsam mit Bewohner:innen weitere kreative Konzepte zur Gestaltung von Parklets zu entwickeln und zu diskutieren. Im Rahmen des Co-Creation Workshops trafen sich am Samstag daher Bewohner:innen und Interessierte im Café der Schwedischen Kirche in der Ditmar-Koel-Straße. Um alle Anwesenden das Ziel des Vorhabens zu erläutern, berichteten Herr Bartz und Herr Jenett zu Beginn von dem vorangegangen studentischen Projekt und ihrem Wunsch, auch den Bewohner:innen die Möglichkeit zur Mitgestaltung des öffentlichen Raumes im Portugiesenviertel zu geben. Herr Jenett erläuterte zudem die geplante digitale Aufbereitung der Ideen der Teilnehmenden, welche via Augmented Reality bis Mai visualisiert und anschließend vor Ort sichtbar gemacht werden sollen. Durch diese digitale Präsentation vor Ort sollen Bewohner:innen einen besseren Eindruck der Konzepte in Echtgröße auf der Straße bekommen und online über die Ideen abstimmen können. Nach dem kurzen Input zum Thema und dem Ablauf des Workshops konnten die Teilnehmenden Fragen stellen und anschließend in die Arbeitsphase übergehen. Dabei entwickelten die Anwesenden sowohl in Einzelarbeit, als auch im Austausch mit anderen ihre Wünsche an den öffentlichen Raum im Portugiesenviertel und die Eigenschaften eines Parklets. Einige dieser Ideen wurde dabei skizzenhaft visualisiert.

Nach der etwa 30-minütigen Arbeitsphase präsentierten die Teilnehmenden anschließend ihre
Wünsche und Ideen vor der Gruppe. Dabei wurde deutlich, dass sich die Bewohner:innen insbesondere mehr Raum für den Fuß- und Radverkehr wünschen. Weiter wurde berichtet, dass das Portugiesenviertel öffentliche Toiletten benötige. Für die Parklets wurden kreative und neue Ideen vorgestellt. Diese reichten von Fahrradstellplätzen, einer Boulebahn oder Futurebox bis hin zur Freihaltung des Raumes.
Durch die Vielfalt der Ideen wurde die Kreativität bei Konzepten für die Nutzung des öffentlichen Raums sowie der Wunsch, Anwohnende verstärkt einzubinden, deutlich. So schlugen die Teilnehmenden vor, beispielsweise durch Flyer in den Hausfluren mehr Menschen zu informieren und zum Mitmachen zu animieren. Weiter wurden die Potenziale der kreativen Menschen im Portugiesenviertel hervorgehoben und der Vorschlag gemacht, dass diese bei der Visualisierung der Ideen einbezogen werden könnten. Nach etwa drei Stunden intensiven Austausch nahmen Herr Bartz und Herr Jenett neben den Ideen für die Parklets auch die Wünsche für die noch intensivere Einbindung möglichst vieler Bewohner:innen auf. Die Ideen werden Herr Bartz und Herr Jenett in den nächsten Monaten ausarbeiten und mit in das Projekt einfließen lassen, sodass Interessierte die Ergebnisse im Mai 2023 vor Ort sehen können. (txt Jule Grigull)

CoCreative Workshop Results:

01. Jens Deye

01.1. Freie Räume

Klare Regeln, die eine Kommerzialisierung des Raumes ausschließt. Autofrei und Gastronomiefrei.

01.2. Grüne Oase

Grüne Flächen, die so gestaltet sind daß sie:

  • Gastro mit Flächen eingrenzen/ begrenzen.
  • Sie nicht überladen werden
  • Gut gereinigt werden können

01.3. Fahrradparken

  • Fahrradhaus zum überdachten Abstellen von Fahrrädern
  • Begrenzte Dachfläche
  • Nicht Sichtbehindernd

02. Elke Seipp + Maurice Paulssen

02.1. Öffentliche Toiletten

Im Portugiesenviertel bestehen prekäre Zustände, was die Nutzung des öffentlichen Raumes betrifft: Es gibt keine Möglichkeit sanitäre Anlagen zu nutzen, ohne konsumieren zu müssen.

02.2. Boulevard Ditmar-Koel-Str.

Einseitig alle Stellplätze auflösen und als Erweiterung des Gehwegs ausbilden

  • Auf der nörlichen Seite (Abendlicht)
  • Baumbestand erhalten
  • Außengastronomie in bestehender Größe erhalten (Abstand zu Gebäuden)
  • Mehr Platz für Fussgänger, die dann nicht auf die Straße ausweichen müssen (Unfallgefahr!)
  • Lieferverkehr und Anwohnerverkehr wird Einrichtungsverkehr

03. Jörg Behrschmidt 

Boule

Sandbahn zum Boule Spielen. Zaun gegen Hunde und Schutz der Straße an den kurzen Seiten mit Pflanzen und einer Ablage für Taschen.

04. Katharina Fries 

Future Box Space | Grüne Utopien

Auf eineigen Parklets in etwas ruhigeren Straßen nähe Venusberg könnten Gewächshäuser installiert werden. Durch schön gestaltete Rückzugsorte bieten die Häuschen Erholungmöglichkeit und stellen geleichzeitig eine Fläche zur gemeinsamen Gestaltung und Kommunikation. Hier können Pflanzen und Blumen gemeinsam einen freundlichen Gruß an die Nachbarn bereitgestellt werden…

05. Lukas Pfundmaier

Verweilbox

  • Solarbank > Solarmodul in Sitzfläche und Akku zum laden von Smartphones
  • USB Ports
  • Lärmdemmung > Hinwerwand Laubbäume + Blumenbeet
  • U-Form der Sitzplätze
  • Schattenspendendes Sonnensegel (weiß)
  • Hochfahrbarer Tisch
  • Schließung des Parklets ab 22 Uhr (durch Service oder Mechanismus/Technik)
  • Tiefbau und hochfahrbare Platform

CoCreative Workshop

In Vorbereitung auf das Frühjahr 2023 werden die Ideen nun als auf der Strasse installierbare virtuelle Module aufbereitet, so dass sie in Folge mithilfe der Mixity.App auf den ausgewiesenen Parkplätzen installiert werden können.

Die Strasse gehört allen Bürgern gleichermaßen, sie sollen sich auch aktiv an der Gestaltung beteiligen können!